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Steinzeiternährung

Die Steinzeiternährung, besser bekannt als Steinzeitdiät, ist eine Ernährungsform, die sich an der angenommenen Ernährung der Menschen in der Altsteinzeit orientiert, das heißt vor der Neolithischen Revolution, in der sich Ackerbau und Viehzucht ausbreiteten. Vom Prinzip her entspricht sie einer Diät nach dem Prinzip von Low Carb, verbunden mit der Glyx-Diät, wird allerdings ebenso wie die Atkins-Diät als Dauerernährung propagiert.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Das Prinzip
  • 2 Philosophie der Steinzeiternährung
  • 3 Kritik
  • 4 Literatur
  • 5 Weblinks
  • Das Prinzip [Bearbeiten]

    Im deutschsprachigen Raum ist der Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm (siehe auch LOGI-Methode) der Hauptvertreter der Steinzeiternährung. Das Prinzip besteht darin, ausschließlich Nahrungsmittel zu konsumieren, die bereits in der Altsteinzeit verfügbar waren, vor allem Fleisch (Wild), Fisch, Eier, Obst und Gemüse, ergänzend Kräuter, Pilze, Nüsse, Esskastanien und – in geringen Mengen – kalt geschleuderter Honig. Auf diese Weise soll der Körper seine Energie überwiegend aus Proteinen und Fett gewinnen, und weniger aus Kohlenhydraten.

    Zu vermeiden sind bei dieser Diätform Milch und Milchprodukte, da in der Altsteinzeit keine Viehzucht betrieben wurde, außerdem Getreide und Getreideprodukte wie Brot, da der Getreideanbau erst später begann, sowie industriell verarbeitete Nahrungsmittel wie Zucker, alkoholische Getränke oder Fertiggerichte. Lebensmittel wie Oliven, die ohne Verarbeitung ungenießbar wären, sind auch zu meiden.

    Der Gebrauch von Pflanzenölen ist etwas umstritten. Manche Anhänger der Diät vermeiden nur die, die aus nicht-steinzeitlichen Pflanzen wie z. B. Oliven, Erdnüssen oder Mais hergestellt sind. Andere vermeiden alle Öle, da diese industriell verarbeitet sind. Als Getränke werden nur Wasser und Tee aus Kräuteraufgüssen akzeptiert.

    Ungewohnt, aber angeblich sehr gesund und nahrhaft sind Insekten, Larven, Würmer. Zwei Drittel der Weltbevölkerung und ausnahmslos alle steinzeitlich lebenden Stämme in warmen Gegenden praktizieren bzw. praktizierten Entomophagie. Insekten sind aber kein obligatorischer Bestandteil der Steinzeiternährung.

     

    Philosophie der Steinzeiternährung [Bearbeiten]

    Der Steinzeiternährung liegt die Annahme zugrunde, dass Naturvölker, die heute noch Jäger und Sammler sind, nicht unter Zivilisationskrankheiten leiden und dass die Menschen in der Steinzeit gesünder und leistungsfähiger waren. Die Ausbreitung der Landwirtschaft habe durch die Festlegung auf wenige Kulturarten zudem zu einer drastischen Reduktion der Nahrungsvielfalt geführt. Erkenntnisse aus der Paläopathologie sollen belegen, dass die altsteinzeitlichen Vorfahren größer und gesünder waren als die Menschen der folgenden Epochen.

    Die Befürworter quasi-paläolithischer Ernährung wie etwa Loren Cordain und Worm sehen in der steinzeitlichen Ernährung daher die einzig "artgerechte" Ernährung des Menschen, an die sich der menschliche Organismus im Laufe der Millionen Jahre seiner Entwicklung perfekt angepasst habe. Die Altsteinzeit umfasste einen Zeitraum von fast 2,4 Mio. Jahren, alle weiteren Zeitalter bis heute insgesamt nur 8000 Jahre, angeblich zu kurz, um eine Anpassung des Körpers an neue Nahrungsmittel zu bewirken.

    Als Folge der Steinzeiternährung sollen Krankheiten und Allergien verschwinden oder sich erheblich bessern, die Leistungsfähigkeit soll steigen und der Blutzuckerspiegel stabil bleiben. Bisher gibt es für diese Behauptungen keine Beweise.

     

    Kritik [Bearbeiten]

  • Die Behauptung, dass die Menschen in der Altsteinzeit wirklich gesünder waren, ist unbelegt. Die Lebenserwartung war in jedem Fall wesentlich niedriger als heute.
  • Die Behauptung, dass die Ernährung in der Steinzeit besonders "artgerecht" war, ist unbelegt. Die Tatsache, dass sie ausreichend war, um zu überleben und Nachkommen zu produzieren bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie optimal war.
  • Die Übertragung vermeintlicher steinzeitlicher Ernährungsweisen auf die heutige Zeit ist problematisch, da in keiner Weise die starke Veränderung der Lebensgewohnheiten berücksichtigt wird. Der Kalorienbedarf der heutigen Lebensformen ist z.B. bedeutend geringer als in der Steinzeit.
  • Es gab nicht den "typischen" Steinzeitmensch und auch keine typische steinzeitliche Ernährung. Die Inuit in der Arktis ernährten sich vor allem von Fisch, die !Kung in der Kalahari-Wüste von Pflanzen.
  • Ganz sicher gab es in der Steinzeit nicht täglich Fleisch, denn es wurden nicht jeden Tag Tiere erlegt. Die Menschen mussten auch immer wieder längere Fastenperioden überstehen, also nach einer Jagd auf Vorrat essen.
  • Die ersten Menschen der Vorzeit waren gar keine Jäger, sondern Vegetarier. Auf der nächsten Stufe ernährten sie sich von rohem Fleisch, erst mit der "Erfindung" des Feuers wurde das Garen möglich.
  • Die Kiefer von Fleischfressern können sich nur vertikal bewegen, die von Pflanzenfressern vertikal und horizontal. Das ist auch bei Menschen der Fall. Pflanzenesser und Menschen haben einen Schluckmechanismus, während Fleischfresser ihre Beute verschlingen. Fleischfresser haben auch wesentlich mehr Magensäure und besitzen im Gegensatz zu Pflanzenfressern und Menschen das Enzym Urikase, um Harnsäure aufzuspalten.
  • Wer sich "paleogerecht" ernährt, bekommt einen größeren Anteil an Fett und Eiweiß als von den meisten Ernährungswissenschaftlern empfohlen. Dies ist besonders der Fall bei denjenigen, die das Fleisch domestizierter Tiere essen, denn dieses enthält deutlich mehr Fett als das Fleisch von Wild.
  • Die meisten Mitteleuropäer nehmen mit der Nahrung bereits mehr Eiweiß auf als der Körper benötigt. Die Abbauprodukte werden über die Nieren ausgeschieden, fördern aber die Entstehung von Arteriosklerose und einen Anstieg der Harnsäuremenge sowie Nierensteine.
  • Literatur [Bearbeiten]

  • Loren Cordain: The Paleo Diet. New York 2002. ISBN 0-471-41390-9
  • Loren Cordain: Das Getreide - Zweischneidiges Schwert der Menschheit, Verlag Novagenics, 2004, ISBN 3-92900-235-3
  • S. Boyd Eaton, Marjorie Shostak, Melvin Konner: The Paleolithic Prescription. A Program of Diet and Exercise and a Design for Living. Harper & Row, New York 1988, ISBN 0-06-015871-9
  • Wolfgang Lutz: Leben ohne Brot - Die wissenschaftlichen Grundlagen der kohlenhydratarmen Ernährung. INFORMED Fachagentur für Med., Gräfeling 1998, ISBN 3-88760-100-9
  • Nicolai Worm: Syndrom X oder Ein Mammut auf den Teller! Systemed-Verl., Lünen 2002 (4. überarb. Aufl.), ISBN 3-927372-23-4
  • Ernst Probst: Deutschland in der Steinzeit, Verlag Orbis, München 1991, ISBN 3-572-01058-6
  • Weblinks [Bearbeiten]

  • Paleofood
  • Nicolai Worm: Täglich Fleisch?
  • Ernährung im Jungpaläolithikum
  • Evolution - Messlatte für unsere Ernährung?
  • Krankheiten in der Urzeit
  • Mediziner raten: Essen wie ein Urzeitjäger
  • stern-Artikel: Schlank und gesund durch reichlich Fleisch?
  • Aufsatz: Fleisch - ein kontrovers diskutiertes Nahrungsmittel
  • kritische Reihe zur "Steinzeitdiät" bei Deutschlandradio Kultur: Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4 (die Hörstücke sind über das Internet abrufbar: Link)
  • Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

    Kategorien: Ernährung | Diät